6. Dezember 2018

Die Morde der jüdischen Prinzessin

von Armando Llamas

Aufführung in deutscher,  französischer und anderen Sprachen
mit Gesang und Gruppenchoreographien

Die Neue Münchner Schauspielschule und La Compagnie Maritime aus Montpellier (Südfrankreich) freuen sich, als Arbeitsergebnis ihres diesjährigen Austauschprogramms das Stück mit dem (bewusst irreführenden) Titel „Die Morde der jüdischen Prinzessin“ zu präsentieren. Die gemeinsame Inszenierung versteht sich als Hommage an Armando Llamas (1950-2003). Der gebürtige Argentinier war nicht nur Bühnen- und Drehbuchautor; er arbeitete außerdem sowohl in Spanien als auch in Frankreich als Regisseur, Dramaturg, Journalist, Übersetzer und Songwriter (u.a. „Marcia Baïla“ für die Gruppe Les Rita Mitsouko) und hat es verdient, (wieder) entdeckt zu werden.

Szenenbild – Foto Cécilia Gandia

Rund 30 Figuren erscheinen in diesem Stück und sind genauso Kosmopoliten wie ihr Erschaffer, Autor Armando Llamas. Auf verschiedenen Kontinenten begegnen sie sich in Situationen des Übergangs; verlieren sich, finden sich wieder, und bilden über einem Zeitraum von sechs Jahren immer wieder neue Personenkonstellationen.

Die Thematik hat unterdessen an Aktualität gewonnen: wie stellt man in Zeiten, in denen ganze Völker in Bewegung sind, eine Verbindung zu jemandem her, der uns kulturell fremd ist? Der nicht dieselbe Sprache spricht? Nicht dieselben Werte kennt? Wie entgeht man der Macht der unterschiedlichen Religionen? Jener teilweise zerstörerischen Macht der „fünf Prinzessinnen“, sprich der fünf Weltreligionen, wozu Llamas auch den Kapitalismus zählt. Die Inszenierung stützt sich humorvoll auf Klischees, um sie anschließend zu demontieren und zeigt, wie es anders, besser werden kann, wenn man sich der Fremdheit öffnet, statt sich ihr zu verschließen. Plötzlich eröffnen sich weitere, unverhoffte Horizonte und es wird sogar – warum nicht? – eine neue, gemeinsame Religion jenseits der Vorurteile gegründet.

Über das Schicksal der einzelnen Figuren stellen sich auf der persönlichen Ebene dieselben Fragen. Wie begegne ich dem Fremden in mir? Wie gehe ich damit um? Lasse ich mir davon Angst machen oder lerne ich es zu zähmen? Werde ich von erlernten Mechanismen – wie etwa Schuld und Sühne – geplagt oder versuche ich, sie zu überwinden? Mordet diese unsichtbare Titelheldin tatsächlich? Oder wird sie eher abermals ermordet? Der Originaltitel „Meurtres de la Princesse juive“ bleibt diesbezüglich ambivalent. Wen, oder vielleicht besser gesagt, was letzten Endes diese jüdische Prinzessin verkörpert, muss jeder für sich selbst herausfinden.

Mit: 15 Schauspieler*innen der Neuen Münchner Schauspielschule und La Compagnie Maritime, Montpellier
Regie: Pierre Castagné (Montpellier), Vincent Kraupner (München) Regiemitarbeit: Herbert Fischer,  Claudia Maria Haas (München) Choreographie: Patricia de Anna (Montpellier), Valentina Piperato (München) Dramaturgie: Dr. Lyla Cestier (München) Kostüme: Monika Staykova (München) Musikkomposition Sz. 8: Benjamin Dhuy (Montpellier) Regieassistenz: Franziska Reng (München) Dolmetschen: Dr. Lyla Cestier, Vincent Kraupner (München) Abendspielleitung München: Franziska Reng Deutsch von Heinz Schwarzinger  Aufführungsrechte: Fischer Verlag

Das Projekt wird vom Kulturfonds Bayern, vom Deutsch-Französischen Jugendwerk sowie von Ali Wunsch München e.V. gefördert.

 

 

 

Münchner Premiere:
am 16. November 2018, 19.30 Uhr

Weitere Aufführungen:
am 17. November 2018, 19.30 Uhr
am 18. November 2018, 18.00 Uhr

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