7. Mai 2018

Projekte 2018

„Die Morde der jüdischen Prinzessin“
von Armando Llamas

Aufführung in deutscher,  französischer und anderen Sprachen
mit Gesang und Gruppenchoreographien

Die Neue Münchner Schauspielschule und La Compagnie Maritime aus Montpellier (Südfrankreich) freuen sich, als Arbeitsergebnis ihres diesjährigen Austauschprogramms das Stück mit dem (bewusst irreführenden) Titel „Die Morde der jüdischen Prinzessin“ zu präsentieren. Die gemeinsame Inszenierung versteht sich als Hommage an Fernando Llamas (1950-2003). Der gebürtige Argentinier war nicht nur Bühnen- und Drehbuchautor, sondern arbeitete auch sowohl in Spanien als auch in Frankreich als Regisseur, Dramaturg, Journalist, Übersetzer und Songwriter (u.a. „Marcia Baïla“ für die Gruppe Les Rita Mitsouko) und hat es verdient, wieder entdeckt zu werden.

Szenenbild aus „Exodus“ – Foto Peter Nitzsche

Rund 30 Figuren erscheinen in diesem Stück und sind genauso Kosmopoliten wie ihr Erschaffer, Autor Armando Llamas. Auf verschiedenen Kontinenten begegnen sie sich in Situationen des Übergangs; verlieren sich, finden sich wieder, und bilden über einem Zeitraum von sechs Jahren immer wieder neue Personenkonstellationen.

Die Thematik hat unterdessen an Aktualität gewonnen: wie stellt man in Zeiten, in denen ganze Völker in Bewegung sind, eine Verbindung zu jemandem her, der uns kulturell fremd ist? Der nicht dieselbe Sprache spricht? Nicht dieselben Werte kennt? Wie entgeht man der Macht der unterschiedlichen Religionen? Jener teilweise zerstörerischen Macht der „fünf Prinzessinnen“, sprich der fünf Weltreligionen, wobei laut Llamas eine davon der Kapitalismus ist. Die Inszenierung stützt sich humorvoll auf Klischees, um sie anschließend zu demontieren und zeigt, wie es anders, besser werden kann, wenn man sich der Fremdheit öffnet, statt sich ihr zu verschließen. Plötzlich eröffnen sich weitere, unverhoffte Horizonte und es wird sogar – warum nicht? – eine neue, gemeinsame Religion jenseits der Vorurteile gegründet.

Über das Schicksal der einzelnen Figuren stellen sich auf der persönlichen Ebene dieselben Fragen. Wie begegne ich dem Fremden in mir? Wie gehe ich damit um? Lasse ich mich davon Angst machen oder lerne ich es zu zähmen? Werde ich von erlernten Mechanismen – wie etwa Schuld und Sühne – geplagt oder versuche ich, sie zu überwinden? Mordet diese unsichtbare Titelheldin tatsächlich? Oder wird sie eher abermals ermordet? Der Originaltitel „Meurtres de la Princesse juive“ bleibt diesbezüglich ambivalent. Wen, oder vielleicht besser gesagt, was letzten Endes diese jüdische Prinzessin verkörpert, muss jeder für sich selbst herausfinden.

Mit: 15 Schauspieler*innen der Neuen Münchner Schauspielschule und La Compagnie Maritime, Montpellier
Regie: Pierre Castagné (Montpellier), Vincent Kraupner (München) Regiemitarbeit: Herbert Fischer,  Claudia Maria Haas (München) Choreografie: Patricia de Anna (Montpellier), Valentina Piperato (München) Dramaturgie: Dr. Lyla Cestier (München) Kostüme: Monika Staykova (München) Regieassistenz: Franziska Reng (München) Dolmetschen: Dr. Lyla Cestier, Vincent Kraupner (München)

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Institut Français durchgeführt und vom Kulturfonds Bayern, vom Deutsch-Französischen Jugendwerk sowie von Ali Wunsch München e.V. gefördert.

 

 

 

Münchner Premiere:
am 16. November 2018, 19.30 Uhr

Weitere Aufführungen:
am 17. und 18. November 2018, jeweils um 19.30 Uhr

Einstein Kultur. Einsteinstraße 42. 81675 München
Tel.: +49 (0)89-416173795  Fax: +49 (0)89 416173798
E-Mail: info@einsteinkultur.de
Tickets unter: http://einstein-kultur.de/

 

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Als diesjähriges Abschlussprojekt präsentiert die NMS das Stück „DNA“ (2007) des zeitgenössischen britischen Bühnenautors Dennis Kelly.

Premiere am 19. Juli 2018, 20 Uhr im Einstein Kultur München, Halle 1
Vorstellungen: Fr, 20. Juli | Sa, 21. Juli, jeweils 20 Uhr

Die Protagonisten: Eine Jugend-Clique, die sich der Aufsicht der Erwachsenen entzogen hat.
Der Tatort: Ein Wald zwischen schützendem Paradies und peinigendem Inferno.
Das Todesopfer: Einer, der „dazugehören“ wollte.
Das Ziel: Die Sache vertuschen, ohne dass ein Gruppenmitglied, nach Vorbild einer TV-Krimiserie, via DNA-Analyse zu Rechenschaft gezogen wird.
Der Plan gelingt und übertrifft sogar alle Vorstellungen – bis Wochen später twas Unerwartetes geschieht…

Dennis Kelly führt mit diesem Stück vor Augen, wie „das Gesetz des Dschungels“ einsetzt, sobald Zustände von Angst und Panik die Oberhand über Moral und Vernunft übernehmen. Unbeachtet des sozialen Hintergrundes können – ohne eine übergeordnete ethische Instanz als Orientierung – Humanität und Zivilisation schnell verloren gehen.

„DNA“ zeigt, wie aus der Gruppendynamik eine wilde Bereitschaft zu Gewalt und Quälen grund- und grenzenlos eskaliert und zum sadistischen Genuss wird – während aus dem Gruppenzwang alle Verbündeten zu Mitwissern und insofern auch zu Mittätern werden. Wie lässt es sich mit dieser Kollektivschuld leben? Jeder verkraftet diese „Sünde“ auf seine Weise. Der Zusammenhalt der Gruppe droht dabei auseinanderzufallen.

Fotos: Peter Nitzsche

Mit: Michaela Bader, Markus Beisl, Jasmin Bernhardsgrütter, Sander Bucher,
Mira Malan, Lukas Oberhuber und Mika Sing aus dem 3. Jahrgang der Neuen Münchner Schauspielschule

Regie: Vincent Kraupner
Dramaturgie: Dr. Lyla Cestier
Regieassistenz und Abendspielleitung
: Franziska Reng

Karten: 16 € / 10 €
Einstein Kultur
Einsteinstraße 42, 81675 München (U-/ Tram Max-Weber Platz)
Telefon: 089 – 416 173 795 | tickets@einsteinkultur.de
www.einstein-kultur.de

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JUNI 2018:

Die Neue Münchner Schauspielschule gestaltet das 160-jährige Jubiläum
des Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München!

Anlässlich des 160-jährigen Jubiläums des Hotels Vier Jahreszeiten Kempinski in der Maximilianstraße gestalteten Schüler*innen der NMS im Rahmen eines großen Events zahlreiche Szenen im und um das Hotel.

Ein Highlight waren die Zeitreisen in den Aufzügen, das Food-Event im Sterne-Restaurant Scharfreiter sowie die Szene vor dem Hotel mit Ludwig I. und dessen Sohn Maximilian II.!   ZUM VIDEO !

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MOBILE SZENISCHE LESUNG AUS VERBRANNTEN BÜCHERN

Eine Demonstration gegen das Vergessen und als Ausdruck des Protestes
gegen heutige politisch, ideologisch und rassistisch motivierte Ignoranz. AM 10. MAI 2018 – vor der Staatsoper (19.00h) und im Lichthof des Gasteig (20.00h).Unsere Schüler*innen aus dem 2. und 3. Jahrgang:
Michaela Bader, Markus Beisl, Lukas Oberhuber und Leon Sandner
lesen GEDICHTE UND PROSA VON ERICH MÜHSAM, MASHA KALEKO, ERICH KÄSTNER, KLAUS MANN u.a.In Zusammenarbeit mit Wolfram Kastner, Institut für Kunst und Forschung
Künstlerische Leitung, Stimm- und Sprechtraining: Martin Pfisterer, Dozent an der NMS

Vor 85 Jahren verbrannten die Nazis zehntausende von Werken, die für immer ausgelöscht werden sollten.
Die mobile szenische Lesung sieht sich als Fortsetzung der Lesung aus verbrannten Büchern, die tagsüber am Königsplatz stattfindet. An zwei zentralen Orten der größten Münchner Kulturinstitutionen wird mit dieser Performance an die Zeit des Nationalsozialismus und deren Verdrängung erinnert werden. Die jungen Talente der NMS wollen den öffentlichen Raum als Bühne nutzen, um Anstöße zum Nachdenken über die NS-Zeit und zur kritischen Auseinandersetzung mit den Nachwirkungen des Regimes zu geben.

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W I E D E R A U F N A H M E

Wenn ich mir was wünschen dürfte…
Lieder & Texte aus den Goldenen Zwanzigern und den frühen Dreißigerjahren 

Deutschland zwischen den zwei Weltkriegen: ein politisches Pulverfass, auf dem umso ausgelassener getanzt wird. Kunst und Kultur treiben ungeahnte Blüten und sprengen alte Strukturen. Zwischen versteckten Nischen und groß ausgeleuchteten Bühnen schwelgen die Künste im Exzess. Künstler und Künstlerinnen experimentieren, man gibt sich ganz dem Augenblick hin. Erstmals werden offen sexuelle Freizügigkeit und unkonventionelle Lebensformen diskutiert.  Auf dem Parkett erscheinen starke Frauen wie Marlene Dietrich, Zarah Leander und andere, deren Lieder bis heute nicht an Kraft verloren haben.

Fünf Nachwuchsschauspieler*innen ziehen das Publikum in diese Zeit. Mit Musik und Texten von Friedrich Holländer, Kurt Weill, Joachim Ringelnatz, Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht und anderen lassen sie die Wünsche, Träume und die Aufbruchstimmung der Zwanziger und Dreißigerjahre lebendig werden.

Mit den Student*innen der Neuen Münchner Schauspielschule: Alena von Aufschnaiter, Anita Eichhorn, Manuel Feneberg, Sarah Giebel,  Eva-Maria Spiegelhauer
Am Klavier: Anna Brandis
Einstudierung: Marie Brandis, Clemens Nicol
Foto: Peter Nitzsche

TERMIN

Freitag, 23. März 2018
in der “Szenerie” im Theater Drehleier . Rosenheimer Str. 123 . 81667 München

KARTEN

Tel.: 089 / 48 27 42.
https://theater-drehleier.de/programm