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ANGRIFFE AUF ANNE von Martin Crimp

Die Studierenden der Abschlussklasse der Neuen Münchner Schauspielschule geben Einblick in ihre aktuelle Probenarbeit. Als Gäste des şk im Münchner Westend entwickeln sie mit dem Regisseur Vincent Kraupner ihre Version der szenischen Collage ANGRIFFE AUF ANNE nach Texten von Martin Crimp. Das Stück des englischen Dramatikers beschäftigt sich mit der Frage, wie man einer Person habhaft werden kann, über die man nur Dinge weiß, die andere über sie sagen. Was macht das mit einer Person, die auf diese Weise umrissen wird? Was passiert, wenn die unterschiedlichen Informationen, die man über einen Sachverhalt bekommt, sich widersprechen oder ein völlig absurdes Bild ergeben?

 

 ZUM STÜCK

Wer ist Anne? Eine Gruppe junger Schauspieler*innen versucht der Person, die diesen Namen trägt, ein Gesicht, eine Identität zu geben. In kurzen, ironisch-satirischen Szenen erzählen sie aus ihrem Leben. Aus den Bruchstücken entsteht ein kryptisches Bild: da ist Anne, wie sie mit Slumbewohnern in Südamerika in die Kamera lächelt. Das gleiche Szenario, irgendwo in Afrika. Anne ist Künstlerin. Ein anderes Bild: Anne als Pornoqueen. Und noch eines: Anne als Mutter. Oder Anne als Mörderin? Möglicherweise ist Anne aber auch gar kein Mensch, sondern eine Automarke. Sie fährt über die Brooklyn Bridge und durch die Sahara.

In Martin Crimps Stück bestimmt nicht die Person, über die geredet wird darüber, wer oder wie sie ist. Anne selbst tritt niemals auf. Diejenigen, die etwas über sie aussagen, verraten mehr über sich selbst als über das Phänomen, das sie beschreiben.

In der Regie von Vincent Kraupner wird aus „Attempts on Her Life“ (Originaltitel) ein Angriff auf das Vertrauen in die Medien, die wir nutzen. Der Text entstand einer Zeit, die Facebook und Instagram noch nicht kannte.  Inzwischen gibt es noch mehr Bilder, noch mehr Informationen. Doch auf welche Wahrheiten weißen die Superlative der konsumorientierten Gesellschaft? Was ist authentisch? Kann es eine Existenz jenseits aller Bilder geben?

Die Absolvent*innen der NMS entwickeln für ihr Abschlussprojekt verschiedene Versionen von „Anne“. Sie spielen mit Ästhetiken der modernen Medienlandschaft. hinterfragen die Erwartungshaltung an das Theater. Crimp würde sagen: ein Abend so aktuell und ergreifend, so verstörend, so witzig, krank, zutiefst persönlich, sexy und so düster wie die Welt, in der wir leben.


Mit:
 Max Beier, Anna K. Fleck, Linda Hempel, Felix Lehmann, Ann-Sophie Ludwig, Lisa Oertel 
Regie: Vincent Kraupner 
Ausstattung: Monika Staykova
 Songs: Max Beier Musikalische Einstudierung: Marie Brandis Regieassistenz: Franziska Reng

 

T E R M I N E

Freitag, 9. Oktober, 20 Uhr: Offene Probe
şk, Schrenkstraße 8, 80339 München, Eintritt frei
www.koesk-muenchen.de

Die Besucher der Offenen Probe im şk erwartet kein fertiges Stück, sondern eine offene Versuchsanordnung, die sich situativ verändern kann.

Die Künstler*innen erhalten dadurch eine neue Perspektive auf ihren aktuellen Arbeitsstand.

Donnerstag, 22. Oktober, 20 Uhr: Premiere
Theater Drehleier, Rosenheimer Str. 123, 81667 München
www.theater-drehleier.de
 

Weitere Aufführungen:

Freitag 23. und Samstag 24. Oktober 2015, jeweils 20 Uhr
Theater Drehleier

 

K A R T E N

15 Euro, 10 Euro ermäßigt

Reservierungen online, telefonisch unter 089/ 48 27 42 und nach Verfügbarkeit an der Abendkasse.